It's all about people
Es ist ja ein offenes Geheimnis, wie groß die Vielfalt der Mitarbeiter bei McKinsey ist. Ich habe Mathematik studiert und mich auf Banken und Versicherungen spezialisiert – ein Sektor, der oft mit "trockener Zahlenklauberei" oder "reiner Männerdomäne" assoziiert wird. Ein Trugschluss – denn die Arbeit ist alles andere als trocken, hat nicht immer etwas mit Zahlen zu tun, und ich habe bislang fast ausschließlich in Teams gearbeitet, auf denen auch mindestens eine Kollegin eingesetzt war.
Christian Gründl
Engagement ManagerMathematik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Bei einem Projekt für eine europäische Großbank waren abgesehen von mir alle Teammitglieder – Director, Partner, Projektleiter und Associate – weiblich. Die Arbeit in einem reinen Frauenteam hatte einen sehr positiven Nebeneffekt: Ich habe mich selten während eines Projekts so gesund ernährt! Denn in der Mittagspause habe ich wie die Kolleginnen eher einen Salat als ein Steak gegessen.
Es ist auch völlig normal, dass sich verschiedene Nationalitäten auf den Teams treffen. Mein bisher "internationalstes" Team war wirklich bunt gemischt: Der Director war Chilene; zwei weitere Senior-Projektleiter kamen aus der Schweiz und aus Holland; der Projektleiter war Deutscher und die Associates Italiener und Franzosen. Gemeinsam arbeiteten wir von Deutschland aus mit einem Team in den USA zusammen und reisten für den Klienten, einen internationalen Versicherer, auch nach Mailand, Paris oder Barcelona. Verständigungsschwierigkeiten? Gab es nie – weder bei der Arbeit noch beim Feierabendprogramm, wenn man gemeinsam, oft auch mit den Klienten, in München zum Kartfahren ging oder in Frankfurt in die "Fressgass".
Je länger ich bei McKinsey arbeite, desto mehr bin ich davon überzeugt: Was mich vor allem fasziniert, sind die Menschen, die man während und nach der Arbeit kennen lernt. Viele meiner Kollegen sind inzwischen gute Freunde, mit denen ich mich auch am Wochenende treffe. Dieser enge Kontakt besteht weiter, obwohl ich gerade eine Auszeit nehme und promoviere. Nicht zuletzt wegen meiner Kollegen setze ich mich trotzdem fast täglich ins Büro, um an meiner Dissertation zu schreiben.