Gemeinsame Projekte von Händlern und
Konsumgüterherstellern führen zur
signifikanten Umsatzsteigerung

Studie von Händler-Hersteller-Verband ECR Europe und McKinsey & Company: 60% der Unternehmen erreichen Umsatzsteigerungen und Kostenreduktionen. Zukunft liegt in gemeinsamen E-Commerce- und Lieferketten-Projekten.

Brüssel/Düsseldorf, 14.05.2012. Gemeinsame Sortimentsgestaltung, Produktverköstigungen in Supermärkten und Verbesserungen in der Lieferkette: Die Zusammenarbeit von Herstellern und Händlern hat sich intensiviert. Zwei Drittel der Händler und über die Hälfte der Hersteller führen umfangreiche gemeinsame Projekte durch, und 60% der Unternehmen erreichen dadurch Umsatzsteigerungen und Kostenreduktionen. Besonders die Zusammenarbeit an Vertriebs- und Sortimentsthemen wie Promotionen und Warengruppenmanagement kurbeln sowohl den Verkauf als auch die Profitabilität an. Das belegt eine Umfrage von ECR Europe, einem Verband von Händlern und Herstellern, gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey & Company unter mehr als 140 Tophändlern und Konsumgüterproduzenten aus 13 europäischen Ländern.

Im Durchschnitt bewirkten erfolgreiche Kollaborationsprojekte einen Umsatzanstieg von 6% und eine Erhöhung des Gewinns um 4%. Allerdings profitieren nicht beide Seiten in gleichem Ausmaß. "Während Händler zu 65% aussagten, die Zusammenarbeit habe einen positiven finanziellen Effekt bewirkt, bestätigte dies nur die Hälfte der Hersteller", erklärt Xavier Hua, Geschäftsführer von ECR Europe. Am deutlichsten fallen die Unterschiede der finanziellen Effekte bei Verbesserungsprojekten in der Lieferkette aus. Die befragten Händler stellten eine Kostensenkung von mehr als 7% fest, während in der Industrie nur knapp 2% erreicht wurden. "Viele Industrieunternehmen sehen Kollaborationsprojekte vor allem als Möglichkeit, ihre Beziehung zu den Handelsunternehmen zu vertiefen und dadurch Marktanteile zu gewinnen. Sie sind daher eher bereit, kurzfristig in die Zusammenarbeit zu investieren, während im Handel oft ein viel stärkerer kurzfristiger Ergebnisdruck herrscht", erläutert Jochen Großpietsch, Experte für Supply-Chain-Themen bei McKinsey.

Um die gemeinsamen Projekte möglichst profitabel für beide Seiten zu gestalten, sind aus Sicht der Befragten vor allem zwei Faktoren entscheidend: Ressourcen speziell für die Zusammenarbeit und Unterstützung durch das Topmanagement beider Partner. Fehlen diese Elemente, kommt es laut 40% der Befragten dazu, dass die gemeinsamen Aktionen nur Kosten und Anstrengungen verursachen.

Während derzeit noch die meisten erfolgreichen Projekte auf der Vertriebs- und Sortimentsseite liegen, zeichnet sich eine Verschiebung zu Supply-Chain-Themen ab. Die Umfrage ergab, dass Themen rund um Bedarfsplanung, Logistik und Prozessoptimierung an Bedeutung zunehmen. Der digitale Projektbereich, der derzeit noch keine Rolle in der Zusammenarbeit spielt, wird von den meisten Befragten als Topzukunftsthema genannt. E- und M-Commerce sowie Social Media sind für Händler und Hersteller die Kernbereiche für zukünftige Zusammenarbeit.

Hintergrund

ECR Europe (Efficient Consumer Response Europe) ist eine gemeinsame Plattform von Herstellern und Händlern mit dem Ziel “durch Kooperation nachhaltigen Wert für die Kunden zu erzielen – besser, schneller und zu geringeren Kosten”. Die Non-Profit-Organisation unterstützt Händler und Hersteller aus der Konsumgüterindustrie dabei, ihre Lieferkette effizienter zu gestalten, Geschäftswachstum zu erzielen und für ihre Kunden Mehrwert zu schaffen. Seit November 2010 ist ECR Europe der strategische Partner des internationalen Consumer Goods Forum und arbeitet mit ihm auf europäischer Ebene zusammen.

McKinsey & Company ist die in Deutschland und weltweit führende Unternehmensberatung für das Topmanagement. 26 der 30 DAX-Konzerne zählen aktuell zu den Klienten. Die Consumer & Retail Practice von McKinsey ist mit weltweit mehr als 200 Partnern und über 300 Beratern die größte Beratung für Handels- und Konsum-güterthemen. In den vergangenen fünf Jahren haben unsere Experten 21 der 25 führenden Konsumgüterunternehmen und fast zwei Drittel der 25 größten Einzelhändler weltweit in mehr als 2.900 Projekten beraten.

 
 
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